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People Only Know What You Tell Them

Q1 2024

“People Only Know What You Tell Them.” Frank William Abagnale Jr. (verkörpert von Leonardo di Caprio im Film „Catch Me If You Can“) gilt vielen als einer der größten Hochstapler aller Zeiten. So verursachte der Scheck-Betrüger noch vor seinem 21. Geburtstag einen Schaden von rund 2,5 Millionen US-Dollar, indem er sich mit gefälschten Dokumenten unter anderem als Pilot, Arzt und Rechtsanwalt ausgab. Ob er dabei auch seine Vermieter prellte, ist uns leider nicht bekannt. Wie Sie sich hingegen davor schützen können, sehr wohl. Mit dem Bonitätscheck von Rent Control entlarven wir Mietnomaden in Sekunden und sparen unseren Kunden bares Geld. Und wie das funktioniert, erfahren Sie jetzt…

Hallo Stephan! Zum Einstieg erzähl uns einmal etwas über dich und FINcredible.

Mein Name ist Stephan Gasser und ich bin einer der Gründer von FINcredible. Wir sind ein Spinoff der Wirtschaftsuniversität Wien und kommen eigentlich alle vom Institut für Finance, Banking and Insurance, wo ich auch mein Doktorat absolviert habe. Im Zuge dessen bin ich mit meinen Co-Foundern auch auf eine neue Richtlinie der Europäischen Union gestoßen, die im Wesentlichen das Ziel verfolgt, dass Endkunden die Datenhoheit über Ihre eigenen Bankkontoinformationen erhalten und sie somit selbst bestimmen können, zu welchem Zweck diese Daten genutzt werden können. Entsprechend wurde ein Markt für besagte Daten geschaffen, indem speziell registrierte Unternehmen nach Freigabe der Endkunden Datenzugriff erhalten.

Im Ergebnis wurde also mit dieser Richtlinie die Grundlage geschaffen, z.B. Bonitätsprüfungen auf Basis von Bankkontodaten, die Banken bisher für Kreditvergaben hausintern genutzt haben, auch für andere Anwendungsfälle außerhalb des Bankenbereichs verfügbar zu machen. Wir dachten uns daher: Okay, lass uns doch einfach die Frage nach der Bonität aus der „Schmuddelecke“ rausholen und einen transparenten Vorgang schaffen, mit dem nur nach Zustimmung durch den Endkunden tagesaktuelle und verifizierte Bonitätsinformationen für eine Vielzahl von Vertragsabschlüssen zur Verfügung gestellt werden können.

Wie seid ihr in diesem Zusammenhang auf Rent Control gestoßen und was macht ihr für uns?

Wir haben Vertreter von Rent Control mehrmals auf diversen Messen getroffen und sind dabei immer wieder ins Gespräch gekommen. Dabei hat sich recht schnell gezeigt, dass unser Mietcheck die perfekte Ergänzung für den bereits bestehenden Bonitätscheck bei Brichard Immobilien darstellt. Mit uns braucht es nämlich keine Lohnzettel mehr, die zwischen Mietinteressenten, Maklern und Hausverwaltern hin und her geschickt werden. Stattdessen setzen wir auf einen völlig digitalen Prozess, durch den der Verwalter alle notwendigen Informationen perfekt aufbereitet erhält und diese (falls gewünscht) im Rahmen seines eigenen Bonitätschecks mit weiteren Abfragen unterschiedlicher Auskunfteien ergänzen kann. Auf diese Weise erhält der Eigentümer ein nahezu vollständiges Bild von seinem zukünftigen Mieter.

FinCredible. Das Team

Stichwort Auskunfteien. Was unterscheidet euch von diesen Anbietern?

Der Unterschied ist die Datenquelle. Das System der klassischen Kreditauskunfteien ist mehrere hundert Jahre alt und stammt ursprünglich aus Venedig. Damals tauschten Händler die Zahlungsinformationen über Kunden miteinander aus. So entstanden die ersten Datenbanken, die primär mit Negativmeldungen gefüllt waren. Das Problem an diesem System ist jedoch, dass es den Status der Bonität nicht zeitaktuell wiedergibt. Außerdem erhält man in der Regel auch kein aussagekräftiges Ergebnis, wenn eine Person überhaupt keine negativen Zahlungserfahrungen hat. In solchen Fällen kann dann beispielsweise auf Durchschnittswerte, basierend auf Bewertungen anderer Personen im Umkreis des Wohnorts des Geprüften zurückgegriffen werden. Dies führt nicht selten zu falsch-negativen oder zu falsch-positiven Ergebnissen, was wiederum bei der Vermietung von Immobilien einen erheblichen Schaden bedeuten kann.

Wie läuft nun ein Mietcheck über FINcredible ab?

Im Grunde funktioniert es wie eine Sofortüberweisung im Online-Banking. Der Mietinteressent erhält eine Mail, in der er zur Bonitätsprüfung eingeladen wird. Über einen Button wird er sodann aufgefordert, sich bei seinem eigenen Gehalts- oder Girokonto anzumelden. Der Kunde wählt daraufhin seine Bank aus und landet auf der Login-Seite derselbigen, wo er sich über die eigene Zwei-Faktor-Authentifizierung anmeldet und den Check somit abschließt.

FINcredible erhält damit einen (und das ist wichtig!) einmaligen Lesezugriff auf die Historie und die Daten des Bankkontos, der normalerweise zwölf Monate in die Vergangenheit zurückreicht. Unser System führt daraufhin automatisch eine Mietbelastungskontrolle durch und leitet das Ergebnis danach direkt an den Auftraggeber weiter. Im Unterschied zu anderen Bonitätsprüfungen erhält aber auch der Interessent bei uns eine sofortige Rückmeldung über den erfolgreichen Abschluss. Der gesamte Prozess dauert dabei in der Regel nicht länger als eine Minute, sofern der Kunde seine Bankzugangsdaten kennt und den Zugriff auch zulässt. Wichtig ist zu beachten, dass kein Interessent zu etwas gezwungen wird bzw. keine Datenverarbeitung ohne Zustimmung und Freigabe stattfindet. Wenn jemand den Check mit FINcredible nicht durchführen möchte, ist das sein gutes Recht. Die Hoheit über die eigenen Daten liegt immer beim Endkunden.

Worüber gibt der Mietcheck den Auftraggeber genau Auskunft?

Der Mietcheck bietet valide Informationen über die finanzielle Situation des Mietinteressenten, die der Auftraggeber ansonsten nur von Banken erhalten könnte. Wir analysieren die Daten, die ein Eigentümer, Vermieter oder Hausverwalter normalerweise über Gehalts- und andere Einkommensnachweise abfragen würde. Bei uns ersparen sich alle Beteiligten aber das mühsame Hin- und Herschicken von Lohnzetteln. Stattdessen stellt FINcredible in Sekundenschnelle die sog. Mietbelastungsquote dar. Diese gibt letztlich an, welchen Prozentsatz des Einkommens eine Person für die Miete ihrer Wohnung ausgeben sollte. Als Faustregel gilt, dass die Quote etwa 30 bis 40% des verfügbaren Einkommens ausmachen darf. Wenn die Warmmiete also 1.000 € beträgt, dann sollte bei einer vorgegebenen Mietbelastungsquote von 40% das Haushaltsnettoeinkommen eine Höhe von 2500 EUR nicht unterschreiten.

Gleichzeitig erhält der Auftraggeber aber auch noch einen Identitätscheck, zumal der angegebene Name der geprüften Person mit dem am Bankkonto hinterlegten Namen ident sein muss. Gefälschte und/oder geschönte Selbstauskünfte gehören also der Vergangenheit an. Ebenso werden auffällige Rückbuchungen analysiert, wodurch etwaige Umgehungsversuche vermieden werden können. Zu guter Letzt gibt unser System auch noch Auskunft über den aktuellen Beschäftigungsstatus der Person sowie den Arbeitgeber. Wir liefern also einen tagesaktuellen Rund-um-Blick und verlassen uns nicht auf Vergangenheitsdaten, die weder geprüft noch wirklich nachvollziehbar sind.

FinCredible. Customer Journey (Mietinteressent)

Hört sich alles sehr interessant an, aber besteht nicht die Gefahr eines gläsernen Menschen? Was entgegnet ihr etwaigen Bedenken zum Thema Persönlichkeits- und Datenschutz?

Ganz einfach, wir begegnen derartigen Bedenken mit voller Transparenz und Aufklärung. Kurzum, es geht um die Schaffung von Vertrauen zwischen zwei Vertragsparteien, die sich eigentlich gar nicht kennen und dennoch zueinander finden wollen. Dafür liefern wir die für einen Vertragsabschluss notwendige Informationstiefe im Sinne der Datenminimierung.

Entsprechend legen wir größten Wert auf Datenschutz. Wir sind ein von der Finanzaufsicht streng reguliertes Unternehmen und nehmen unsere Verantwortung sehr ernst. Während bei einer klassischen Bonitätsprüfung nämlich Lohnzettel oder sogar Kontoauszüge (ohne klaren Bezug) übermittelt werden und der weitere Verbleib nach Sichtung meist ungewiss ist, erhält der Auftraggeber bei einem Mietcheck von FINcredible immer nur eine Übersicht der geprüften Bonitätskriterien, die entweder als erfüllt oder eben als nicht erfüllt gekennzeichnet werden. Darüber hinaus löschen wir alle erhobenen Informationen nach Zeitablauf auch vollautomatisch wieder aus unseren Systemen und nehmen unseren Auftraggebern auch hier viel Arbeit ab.

FinCredible. Muster Mietpreischeck

Und was ist der konkrete Mehrwert eures Mietchecks für die Immobilienbranche?

Das ist schnell erklärt. Nehmen wir einmal an, der Eigentümer entscheidet sich ohne Bonitätscheck für einen Interessenten mit schlechter Zahlungsmoral und zu geringem Einkommen. In diesem Fall besteht durchaus die Wahrscheinlichkeit, dass der neue Mieter irgendwann einmal seinen Mietzahlungen nicht mehr nachkommen wird. Grundsätzlich ist eine Zahlungs- und Räumungsklage bei einem qualifizierten Mietzinsrückstand jedoch erst nach zwei Monaten möglich, sofern die ausständige Miete nicht bis zum darauffolgenden Zinstermin vollständig bezahlt ist. Bis zum tatsächlichen Delogierungstermin vergehen dann in der Regel aber noch weitere sechs Monate. Hinzu kommt die Neuvermietung, die sich wiederum noch bis zu drei Monaten erstrecken kann. Im schlimmsten Fall kann die Auswahl des falschen Mieters also einen bis zu einjährigen Mietzinsausfall nach sich ziehen. Weitere Folgekosten ergeben sich durch die Rechtsanwalts- und Gerichtskosten, die Kosten für die Delogierung sowie für die Beauftragung des Maklers, der schließlich einen neuen Mieter suchen muss. Zu guter Letzt ist auch noch der mehrstündige Zeitaufwand der Hausverwaltung zu beachten, der letztlich ebenfalls vom Eigentümer getragen werden muss. Alles in allem spart der Mietcheck also bares Geld.

Darüber hinaus vereinfacht er aber auch den Prozess für alle Stakeholder. Die Interessenten können ohne großen Aufwand ihre Bonität nachweisen und der Vermieter erhält zuverlässige Informationen auf Basis nachvollziehbarer Daten ohne aufwendige Dokumentenbeschaffung oder Nachverfolgung per E-Mail. Hausverwaltung und Makler können sich wiederum auf ihre eigentliche Kernkompetenz konzentrieren, nämlich die Vermittlung bzw. den Abschluss von Mietverträgen. Dank des digitalen Prozesses profitieren sie von einer allgemeinen Effizienzsteigerung und damit einhergehend auch durch Kosteneinsparungen, und einem DSGVO-konformem Ablauf. Im Endeffekt gewinnen also alle Beteiligten.

Wo wollt ihr mit FINcredible noch hin? Was sind die nächsten Schritte?

Wir hören immer auf das Feedback aus dem Markt. Einer der größten Punkte war, dass es vor allem für Immobilienmakler und große Zinshausbesitzer prinzipiell von Interesse wäre, nicht nur zu wissen, ob eine bestimmte Mietbelastungsquote erfüllt ist, sondern auch welche Miete sich welcher Mieter leisten kann, um im Idealfall jedem Interessenten Immobilien anbieten zu können. So können einem Interessenten je nach Ergebnis günstigere Wohnungen aus dem Portfolio angeboten oder auch qualitativ höherwertigere Objekte vorschlagen werden, so dass insgesamt viel besser auf die individuelle Lebensrealitäten der Interessenten eingegangen werden kann. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unseren Service zu verbessern und den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden.

Vielen Dank für das Interview!

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